Thema: erfolgreicher Börsenhandel – was steckt dahinter?

– oder –

Was haben Albert Einstein, Siegmund Freud und ein kleines Kind gemeinsam?

Sicher haben Sie sich schon gefragt, warum der eine mehr, der andere weniger und die breite Masse vermutlich überhaupt keinen Erfolg an der Börse hat!?

Woran liegt das? Was macht den erfolgreichen Börsenhändler aus? Was macht den UNTERSCHIED? Kann man das erlernen oder gar trainieren?

Ich glaube, durch Lernen oder Training kann man so gut wie alles verbessern. Fußball, Golf u. v. m. – auch den Börsenhandel.

Aber kann man nur durch Training „so richtig“ gut werden?

NEIN, kann man nicht!

Nicht im Golf, nicht im Fußball und ebenso wenig an der Börse. Sie benötigen IMMER mehrere Grundvoraussetzungen. Und wenn Sie die nicht haben – können Sie`s vergessen!

Z. B. wenn Sie lange, dünne Beine haben, können Sie trainieren, so viel Sie wollen – Sie werden NIE ein erfolgreicher Gewichtheber. Das ist einfach physikalisch nicht möglich.

Aber wir wollen keine Hanteln stemmen, wir wollen NUR eine Aktie bei 10 kaufen und bei 15 verkaufen…was ist dafür nötig?

Daher die Frage:

Was haben Albert Einstein, Siegmund Freud und ein kleines Kind gemeinsam?

Die Antwort:

Zusammen würden sie den PERFEKTEN Börsenhändler abgeben! Garantierte Dauergewinne!

Leider bin auch ich KEIN perfekter Börsenhändler, denn dazu müsste ich die Persönlichkeit und das Wissen aller drei gleichzeitig besitzen. Und da es naturgemäß als Erwachsener bereits schwer genug ist, auch nur an eine dieser drei Personen heranzukommen, sollten wir uns also fragen:

Wenn man schon kein perfekter Händler sein kann, wie wird man dann ein sehr guter? Und „sehr gut“ sollte fürs erste reichen…

Wer ein sehr guter Börsenhändler werden will, der muss so viele Eigenschaften wie möglich der genannten drei besitzen oder sich aneignen!

Einstein

Zunächst benötigen Sie die Um- und Weitsicht eines Albert Einstein.

Auf die Börse prasselt eine schier unendliche Vielzahl von Informationen, Möglichkeiten, Variablen, Konstanten, „u. s. w. und so fort“ ein…die Sie in der Theorie ALLE im Blick haben müssen. Zunächst müssen Sie sie „bemerken“, dann ständig neu bewerten und analysieren.
Alle haben einen Einfluss auf den Fortlauf der Dinge…auf die Realität der Gegenwart, auf eine mögliche Zukunft und somit auch auf eine mögliche Börsenentwicklung. Die Sie dann, wenn Sie das alles mit wachem Blick und regem Verstand richtig einordnen, auch korrekt interpretieren können. Und – Sie können dann auch entscheiden, welcher dieser Einflüsse aktuell oder in welcher definierten Zukunft mehr oder weniger Beachtung finden sollte.

Aber – das ALLEINE macht keinen guten Börsenhändler aus!

Das alleine würde vielleicht eine umfassende Aktienanalyse ausmachen, die zwar unendlich langatmig ist und alle möglichen Variablen enthält – die aber letzten Endes WERTLOS ist…wie sich ja auch an den meisten Aktienanalysen, die Sie so lesen, zeigt.

In diesen prinzipiell wertlosen Analysen wird dann alles Mögliche beschrieben, was in der Theorie zu Chancen und Risiken führt und zum Schluss heißt es dann: „Der Dax steht jetzt bei 10.000 und wir gehen nach Abwägung aller Variablen davon aus, dass er am Jahresende evtl. bei 10.200 steht!“…das ist WERTLOS – denn wer braucht so eine „magere“ Aussage schon?

Fazit Einstein:

Eine von Albert Einstein erstellte Aktienanalyse würde vermutlich alle Variablen des gesamten Universums enthalten, wäre somit megapräzise – und somit letztlich wertlos. Denn durch eine solch große Anzahl von Gesichtspunkten ist eine klare Aussage kaum mehr möglich.

Daher kommt jetzt…

… das Kind ins Spiel!

Sie benötigen zwar zunächst den Verstand von Albert Einstein (oder zumindest einen in grober Nähe davon) um sämtliche relevanten Einflüsse zu erfassen, aber das nützt Ihnen noch nichts. Denn Sie müssen diese weltbewegenden Erkenntnisse in die einfache Sicht eines kleinen Kindes zurückverwandeln!!! Nur das Kind in Ihnen sollte Ihre Anlageentscheidung treffen!

Streng nach dem Motto „Kindermund tut Wahrheit Kund!“.

Und da kommen wir schon zu einem ganz wesentlichen Aspekt:

Ein Kind ist in der Lage, sehr einfach Gut und Böse zu unterscheiden.

Sie kennen das: meine Lieblingsfarbe ist rot, meine ist blau…ich höre nur die Musik vom dem und den Künstler finde ich doof, den Film finde ich super, diese Serie geht gar nicht, Frieden finde ich gut, Krieg finde ich dumm…u. s. w. …

Sie wissen wie Kinder reden!

Kinder haben eine ganz klare Meinung zu den verschiedensten Sachen. Sie können RICHTIG und FALSCH voneinander unterscheiden und auch klar benennen!

Albert Einstein kann das nicht mehr!

Auch wenn man älter wird, kann man das nicht mehr. Jeder Mensch der älter wird merkt, dass eine Entscheidung zwischen dem, was gut oder schlecht ist, immer schwieriger wird. Die Grenzen beginnen immer mehr zu zerfließen und man kann irgendwann Gut und Böse nicht mehr wirklich auseinanderhalten.
Und man kommt dann – je älter man wird – irgendwann darauf, dass es Gut oder Böse in Wirklichkeit gar nicht gibt!!!
Sondern dass es wie viele andere Wahrheiten, an die wir uns klammern, immer vom jeweiligen Standpunkt aus abhängt…..

Aber als Kind können Sie noch so denken!

Und letzten Endes müssen Sie in der Lage sein, die langatmigen Analysen, die man „als“ Einstein gemacht hat, wieder so zusammenzustreichen, dass daraus eine klare Meinung definiert wird.

Wenn „Ihr Einstein“ z. B. eine Aktie analysiert und alle beeinflussenden „Atome“ richtig bewertet hat, dann sollte das Kind in Ihnen sagen:

„Das ist ein Riesending! Die Aktie wird ganz sicher laufen! Die hebt richtig ab! Da geh ich jetzt rein! Damit verdiene ich mein Geld! Daran glaube ich! Das ist eine gute Sache!“

Oder:

„Das wird nicht funktionieren! Diese Aktie fällt ins Bodenlose! Keine blühenden Landschaften, kein gar nichts! Da gehe ich short! Das Ding geht runter!“

Und mit dieser klaren Meinung und Überzeugung hat man letzten Endes die Einsteinschen Theorien in eine ganz einfache Formel verwandelt. Und nur wenn man in der Lage ist, GENAU DAS zu machen, kann man letztlich die Entscheidungen treffen, die an der Börse notwendig sind, um Geld zu verdienen!

Denn die üblichen Analysen, die so rumgereicht werden, halten Sie in jedem Fall von echten Entscheidungen ab. Je genauer die Analysen sind, umso schlechter sind sie im Grunde – weil sie durch immer mehr Variablen letztlich in eine Pattsituation führen.

U. a. DESHALB haben Sie vermutlich noch NIE eine DAX-Analyse einer großen Bank gelesen, die Ihnen „gesagt“ hat: „Der DAX wird stark steigen oder fallen!“…obwohl das über die Jahre recht oft geschieht…aber das lesen Sie NIE – weil diesen Analysen DAS KIND fehlt. Und wie oben beschrieben – OHNE das Kind können Sie es vergessen!

Siegmund Freund:

Siegmund Freund kommt natürlich auch noch ins Spiel.

Sie brauchen als erfolgreicher Börsenhändler die psychische Stärke einer Betonwand!

Wenn Sie auf der einen Seite wie ein kleines Kind handeln und auch bewusst so denken können, auf der anderen Seite aber auch wie ein Analytiker denken und handeln, dann ist das natürlich schon ein klitzekleiner Widerspruch – irgendwie.

Und wenn Sie sich dann „als Kind“ darauf geeinigt haben „das ist eine gute Sache“, dann werden Sie natürlich durch den „Einstein“ in Ihnen jeden Tag daran erinnert, dass es evtl. „keine gute Sache ist!“…hier lesen Sie etwas, da erzählt man Ihnen was, Propaganda in den Medien, dann laufen die Kurse mal drei Tage gegen Sie…

Evtl. fällt auch einfach nur irgendwo ein Blatt vom Baum und der Einstein in Ihnen wird das natürlich bemerken. „Ein Blatt fällt vom Baum!? Kommt der Winter evtl. 3 Tage eher? Dies hätte diese oder jene Auswirkung auf dieses oder jenes – das sollten wir bei unserer Anlage beachten und diese evtl. anpassen!“….oder so ähnlich…
Ihr Albert E. wird also jeden Tag mit einer neuen Geschichte zu Ihnen kommen, die aus rein analytischer Sicht in der Tat einen Einfluss auf den Lauf der Dinge haben kann.

Die Kunst besteht nun darin, sich um seinen kindlichen Entscheidungshorizont einen psychologischen Schutzfilter zu legen, der für derartige Einflüsse undurchdringlich ist. Sie müssen, sobald das KIND die Entscheidung getroffen hat, immun werden, gegen neue analytische Einflüsse.

Sie handeln dann nach der Devise: „Was heute eine gute Sache ist, ist es auch morgen noch! Die Dinge ändern sich – i. d. R. – nicht über Nacht! Das BLATT IST EGAL!“

Natürlich ist auch das nur die halbe Wahrheit, denn die Dinge ändern sich letztlich doch!
Zumindest ab und zu…

Und – Kinder irren sich ebenso! Auch Einstein irrt sich! Jeder kann sich irren! Und als erfolgreicher Börsenhändler wissen Sie: man irrt sich ständig!!!

Was wiederum bedeutet: der psychologische Filter, mit dem Sie sich umgeben, muss prinzipiell schon durchlässig sein – aber nur so durchlässig, wie Sie das VORHER festgelegt haben.
Und nur, wenn eine gewisse im Vorfeld der Transaktion festgelegte Menge gegensätzlicher Anhaltspunkte den Filter durchbrochen hat, kann/darf/sollte das Kind in Ihnen die dann als falsch eingeschätzte Entscheidung korrigieren. Und NUR dann…

Leider benötigen Sie noch mehr vom guten Siegmund.

Zum Beispiel benötigen Sie die psychische Stärke, antizyklisch zu handeln. Kaufen wenn es billig ist und verkaufen wenn es teuer ist – das klingt sehr einfach, ist es aber nicht.

Wenn es billig ist, besteht in aller Regel ein extrem negatives Nachrichtenumfeld – DESHALB ist es ja billig! Sie müssen dieses Klima der Angst jedoch nicht nur ignorieren, sondern sogar UMDREHEN!
Wo die Masse jetzt aus guten Gründen Angst hat, müssen Sie euphorisch sein und in der allgemeinen Angst die Chancen erkennen. Und andersrum – wenn sich alle Welt abfeiert, müssen Sie ängstlich werden und die erhöhten Risiken wahrnehmen.
Was auf den ersten Blick „leicht“ verrückt klingt, ist es im Grunde nicht. Denn i. d. R. haben Sie ja damit RECHT!

Angst – ist grundsätzlich eine gute Sache! Angst ist etwas Positives! Angst hilft uns, Gefahren zu vermeiden! Angst hilft uns, zu überleben.

Z. B.: die Angst vor großer Höhe schützt uns davor, tief zu fallen – und sichert so unser Überleben. Wer hier „antizyklisch“ handelt und trotzdem „springt“, trifft meiner Meinung nach keine gute Entscheidung!

Aber Angst an den Börsen ist überwiegend eine Emotion, die i. d. R. negative Auswirkungen hat. Somit ist es keineswegs verrückt, dort antizyklisch zu denken/handeln. Es ist vielmehr RICHTIG!

Fazit:

Einen guten Händler macht das Zusammenspiel der drei genannten Charaktere Einstein, Kind und Freud aus!
Die Fähigkeit, auf das „herabfallende Blatt“ zu achten – also eine umfassende analytische und unvoreingenommene Beobachtungsgabe auch kleinster Details – müssen Sie sich zu jeder Zeit erhalten.
Denn nur so können Sie Trends in Politik und Wirtschaft erkennen, wenn andere noch nicht daran denken!
Und auch sobald das Kind in Ihnen beschlossen hat „hier steige ich ein, das mache ich, das wird sicher laufen“ und Sie Ihre Psyche gegen Zweifel erregende Einflüsse abgeriegelt haben, benötigen Sie weiterhin diese „Einsteinsche“ Fähigkeit. Denn nur so können Sie den erneuten Trendwechsel wahrnehmen und/oder Fehleinschätzungen korrigieren. Sie müssen diese beiden Fähigkeiten parallel laufen lassen und nur so im psychologischen Wechselspiel einsetzen, dass sie sich nicht behindern, sondern vielmehr ergänzen. Und dafür ist eine weitreichende Kontrolle und Akzeptanz der eigenen Wahrnehmungen und Verhaltensmuster notwendig, um diese dann punktuell richtig einsetzen zu können.
Und ganz wichtig – Börse, wird von Menschen „gemacht“! Sie benötigen eine Beobachtungsgabe menschlicher Verhaltensmechanismen. Sie müssen zu jeder Zeit das wahrscheinliche Verhalten von Individuen und vor allem das Verhalten der Masse klar vorhersagen können. Nur so können Sie das Kauf,- bzw. Verkaufsverhalten der Marktteilnehmer bestimmen, was letztlich zu 100% für die Beeinflussung von Börsenkursen verantwortlich ist.

Eigentlich ganz einfach…

Oder das Kurzfazit:

Ein guter Börsenhändler? Denke wie Einstein, handle wie ein Kind, behalte die psychische Kontrolle über alles…und – ganz wichtig – lass Dir in Gedanken ab und zu von Freud erklären, dass Du noch nicht völlig verrückt geworden bist. Das reicht uns!

Henry Littig
backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig