Goldhausse beendet!

Der James-Bond-Indikator: Warum Gold ab jetzt KEIN lukratives Investment mehr ist! Drastischer Preisverfall in den nächsten Jahren möglich – erstes Kursziel 1200 $ pro Unze!

Dieser Schritt fällt mir nicht leicht.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich seit dem Jahre 2001 ein erklärter Fan der Goldanlage bin.
Bei einem Preis von nur 270 $ pro Unze habe ich vor 11 Jahren den massiven Ankauf des gelben Metalls empfohlen.
Damals war die Anlage in Gold äußerst unpopulär. Die Anleger waren emotional und monetär noch immer in der großen Aktienhausse verstrickt, die im Jahre 2000 endete.
Da die meisten Anleger damals erst sehr spät auf den alles überrollenden Aktienzug aufgesprungen waren, konnten sie den Trendwechsel an den Börsen einfach nicht schnell genug realisieren.
Diese Situation kennt jeder Anleger: Man ist in einem Trend sehr „spät dran“ und springt noch mit großen Emotionen auf. Wenn der Trend dann kippt, fällt es doppelt schwer, von seinen erst jüngst erlangten Kursträumen loszulassen.
Daher warteten die meisten Anleger auch jahrelang vergeblich auf eine Fortsetzung der großen Aktienhausse, die hohe Gewinne für jeden versprochen hätte. Einen Blick zum bis dato langweiligen Gold wagten dagegen nur wenige.

Persönlich hatte ich dieses Problem damals nicht. Da ich das Entstehen und Platzen der großen Spekulationsblase schon in Jahr 1995 richtig vorhergesagt hatte, konnte ich auch auf dem Hoch im Jahre 2000 den Absprung realisieren und parallel dazu schon lange zuvor Alternativen ins Auge fassen.

Neben Leerverkäufen in unsinnig überteuerten Technologieaktien, bot damals die Anlage in Gold und anderen Rohstoffen eine „glänzende“ Alternative.

Wie dem auch sei:

Der Einstieg im Jahre 2001 zu 270 $ pro Unze war ein voller Erfolg. Seit 2001 konnte der Goldpreis in JEDEM Jahr mein Kursziel erreichen und notierte dann vor einem Jahr bei über 1900 $ pro Unze.
Der Preis hatte sich also mehr als versiebenfacht!!! Auch für mich als Trader ist das eine durchaus „akzeptable“ Rendite. Und man kann sagen: Gold war DIE Anlageform der letzten 11 Jahre!

Und jetzt?

Die Dinge beginnen sich zu ändern. Zumindest sehe ich das so.

Man sollte noch erwähnen, dass die Anlage in Gold von 2001 bis heute kein emotionaler Selbstläufer gewesen ist. Zum Beginn hielt die Mehrheit einen möglichen Preisanstieg für völlig absurd und für positive Preisprognosen wurde man i. d. R. belächelt. Und wie Sie wissen, war ich nie ein Freund zurückhaltender Preisprognosen. Ich habe schon damals in jedem Jahr Prognosen für den Goldpreis abgegeben, die stets deutlich über den höchsten Bankenprognosen lagen – und alle Ziele wurden erreicht!
Erst mit immer weiter steigenden Preisen nahmen dann auch die allgemeinen positiven Stimmen zum Gold immer weiter zu und die Anlage in Gold wurde zuletzt gar salonfähig.

Und heute?

Heute gibt es ausschließlich positive Stimmen zum Gold. Gold hat Einzug in jede als seriös geltende Anlageplanung gehalten. Fast jede Bank hat einen positiven Ausblick bzgl. des Goldpreises und viele Privatanleger haben zumindest einen kleinen Teil ihrer Positionen in Gold angelegt. Die Presse überschlägt sich und die Geschäfte mit dem gelben Metall laufen gut.

Und dies erscheint auch auf den ersten Blick gerechtfertigt zu sein, denn:

Aus meiner Sicht erscheinen heute ALLE beeinflussenden Faktoren für das Gold positiv zu sein, als da wären:

Die Zinsen sind niedrig – das ist gut für das Gold!
Die Börsen sind wackelig – das ist gut für das Gold!
Die Angst vor Inflation ist allgegenwärtig – das ist gut für das Gold!
Selbst Staatsanleihen gelten als unsicher – das ist gut für das Gold!
Notenbanken haben ihre Goldverkäufe zurückgefahren – das ist gut für das Gold!
Manche Notenbanken kaufen sogar Gold – auch das ist gut für das Gold!
Die Jahresgoldproduktion geht immer weiter zurück – das ist natürlich auch gut für das Gold!
Geldinvestoren können über ETFs jederzeit und schnell ins Gold einsteigen – das ist selbstverständlich ebenso gut für das Gold!
Gold gehört seit Jahren zum Kern einer seriösen Geldanlage – das ist – wie Sie sicher schon „erraten“ haben – gut für das Gold!

Ich gebe zu, langsam wird`s langweilig, aber wir sind noch nicht am Ende:

Die Goldnachfrage übersteigt sogar die Jahresproduktion – das ist sicher nochmals gut für das Gold.
Das allgemeine Vertrauen in Geldwerte wie Dollar und Euro schwindet – das ist natürlich ebenfalls gut für`s Gold.
Und – die Notenbanken werfen immer mehr Geld auf die Märkte – was wiederum gut ist – für`s Gold. Sogar richtig gut, sagt man heute!

Fazit 1:

Eigentlich ist alles perfekt. Sämtliche Faktoren scheinen die Aufwärtsbewegung des Goldes zu unterstützen und auch Anleger, Presse sowie Banken und Vermögensverwalter sind sich diesmal überwiegend einig.

„NULL NULL GOLD“:

Wenn doch alles so perfekt erscheint, wieso erkläre ich dann jetzt die Aufwärtsbewegung des Goldes für beendet?

Die Antwort ist wie üblich sehr simpel!

Ich habe kürzlich den neuen Bondfilm „Skyfall“ im Kino gesehen – kann man sich anschauen!
Was hat das mit dem Goldpreis zu tun?
Das für mich entscheidende Argument für den Ausstieg aus der Goldhausse lieferte besagter Bond – also NULL NULL SIEBEN – höchstpersönlich.
Schon vor Jahren sagte James Bond bzgl. der allgemeinen Agentenregeln:

a) „Es immer drauf ankommen lassen“, und
b) „Wenn es nicht ganz sicher ist – dann ist es sicher. Wenn es dagegen ganz sicher ist – dann ist es eine Falle“

Und genau das ist aktuell bzgl. des Goldpreises der Fall!

Es erscheint jedem – auch mir – zu 100% sicher und logisch zu sein, dass der Goldpreis nur steigen kann.

Fazit 2:

Es ist also in der Tat unlogisch, dass der Goldpreis weiter steigt – es ist eine Falle!
Wir sollten daher jetzt handeln und das Risiko verpasster Gewinne eingehen. Und genau darauf werden wir es jetzt ankommen lassen!

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob der „Bond-Kalauer“ tatsächlich mein Hauptargument für den Ausstieg aus einer mehr als 10-Jährigen und stabilen Aufwärtsbewegung ist, die durch zahlreiche fundamentale Daten begünstigt wird, dann lautet meine Antwort ganz klar:

JA!

Denn, eines sollte man immer bedenken:

Alle die oben aufgeführten positiven Faktoren spielen letztlich für die Goldpreisentwicklung gar keine direkte Rolle. Diese Faktoren sind nur Beweggründe, Gold zu immer höheren Preisen zu kaufen! Das ist an der Börse im Grunde immer so!
Es geht nur um Stimmungen – nie wirklich um Fakten!

Und wenn sich die Fakten über einen längeren Zeitraum für ein gewisses Gut immer mehr in eine Richtung entwickeln, dann puscht das logischerweise das Kaufverhalten für dieses Gut. Und genau das ist in den letzten 10 Jahren bei Gold geschehen!

Aber diese Entwicklung muss jetzt irgendwann aufhören, da ja schon alle Faktoren positiv sind!
Und wie wir bereits alle festgestellt haben, konnte der Goldpreis seit über einem Jahr per Saldo nicht mehr zulegen! Und das, OBWOHL bereits fast alle Faktoren positiv waren.
Daher erscheint es mir immer unwahrscheinlicher, dass der Goldpreis jetzt, also in inmitten der Euphorie und obwohl er schon seit einem Jahr kursmäßig pausiert, plötzlich wieder deutlich zulegen sollte.

Da sehe ich eher die Gefahr, dass diese Blase platzt!

Und seien Sie sich bewusst – das IST eine Blase!

Kennen Sie im übrigen das Hauptargument der Goldoptimisten, warum Gold nicht in einer Blase sei? Man vergleicht die heutige Goldblase mit der Aktienblase des Jahres 2000 und stellt fest, dass die Euphorie heute bzgl. des Goldes nicht im Geringsten mit der damaligen Euphorie an den Aktienbörsen vergleichbar sei.

Diese Beobachtung ist meines Erachtens völlig richtig!

Aber meines Erachtens wird vergessen, dass aufgrund des Lerneffektes der letzten Jahre, sich die Anleger ohnehin nicht mehr derart euphorisieren lassen, wie noch vor 10 Jahren!

Und das bedeutet: Mehr Euphorie als jetzt wird es kaum geben und auch sonst sind bereits alle Banken und alle Presseorgane positiv für den Goldpreis. Und das IST eine Blase. Den genauen Zeitpunkt für das Platzen zu bestimmen, ist natürlich schwierig. Sie könnte theoretisch auch noch 1 -2 Jahre weitergehen. Oder noch länger. Aber ich habe mich entschlossen, JETZT auszusteigen.

Man darf auch nicht vergessen, dass sich der Goldpreis seit meiner Kaufempfehlung in Jahre 2001 bereits versiebenfacht hat! Es hat die von vielen erhoffte Goldhausse also bereits gegeben! Wie hoch soll der Preis denn noch ansteigen?

Daher – und aus ein paar anderen nicht weiter auszuführenden Gründen – steige ich hiermit aus der Goldhausse aus…
Die hier nicht weiter auszuführenden Gründe sind u. a.:
Ich glaube nicht an das allgemeine Inflationsszenario. Und ich glaube, dass die Notenbanken ihre laxe Geldpolitik evtl. eher als allgemein erwartet beenden, etc. etc…aber letztlich wichtig ist für mich die Stimmungslage – und dafür ist der James-Bond-Indikator eines der besten Tools.

Ich habe das bereits vor Wochen in meinem Newsletter „backstagenews.de“ kurz angekündigt. Heute folgt nur eine ausführlichere Variante.

Ich wiederhole daher gerne noch mal meine konkrete Empfehlung:

Behalten Sie zunächst Ihr Gold! Versichern Sie es aber z. B. über den Kauf von Puts gegen einen Kursverfall. Das kostet je nach Marktlage zunächst ca. 2,5% – 5% für ca. 6 – 7 Monate!

Sollte der Preis, wie von allen erwartet und entgegen meiner Meinung, weiter anziehen, dann reduzieren diese Kosten Ihren Gewinn um den genannten Betrag. Steigt der Preis also in diesem Zeitraum um 20 %, dann beträgt Ihr Gewinn eben „nur“ ca. 15 – 17,5%. Ich denke, es gibt Schlimmeres!

Platzt aber – wie von mir erwartet – die Goldblase in der nächsten Zeit, dann geht`s mit dem Preis evtl. schneller runter, als Sie gucken können!

Und dann hätten Sie mit der Absicherung ebenso alles richtig gemacht!

D. h. – Sie können nur gewinnen!

Daher denke ich – dieser Einsatz sollte sich lohnen!

Welche Preise erwarte ich konkret?

Im optimistischsten Fall erwarte ich, dass der Goldpreis mittelfristig stagniert bzw. erst ab ca. Mitte 2014 erneut zu steigen beginnt. Einem sofortigen und deutlichen Anstieg räume ich dagegen nur noch sehr geringe Chancen ein.
Am wahrscheinlichsten ist für mich zunächst ein Absinken des Preises auf ca. 1500 $ pro Unze. Das wird für mich vor allem dann sehr wahrscheinlich, wenn der Preis kurzfristig entgegen der allgemeinen Marktmeinung statt „sicher“ zu steigen noch mal auf zunächst ca. 1650 – 1670 $ absinkt.
Wenn die 1500 $ Marke nicht hält – und davon gehe ich aus – wird der Goldpreis möglicherweise schnell auf ein Niveau von ca. 1200 $ absinken.

Daher sind diese 1200 $ mein erstes Kursziel. Und das sind immerhin ca. 30% weniger als heute!

Wenn die Blase gänzlich platzt, dann geht`s anschließend in Schüben weiter auf zunächst 800 $.

Ich nehme an, einen Goldpreis von ca. 800 $ pro Unze können sich heute die meisten Anleger kaum vorstellen. Soo billig kann`s doch gar nicht mehr werden. 800 $ für eine Unze Gold? Das wäre doch geschenkt, sagt man heute!

Wenn der Preis jedoch anschließend noch tiefer fällt, dann wird man sich in Zukunft fragen:

Wieso konnte man noch im Jahre 2012 über 1700 $ für ein „so ein Stück Blech“ hinlegen? Und generell wird man dann alle heute als positiv wahrgenommenen Faktoren anders bewerten – eben weil der Preis sich geändert hat.
Wie heißt es doch immer so schön: Nicht die Nachrichten machen den Preis, sondern der Preis macht die Nachrichten.

Hierzu ein passendes Beispiel. Aktuell sagt man:

Die jährliche Weltgoldproduktion sinkt und liegt bereits heute unter der jährlichen Nachfrage – daher MUSS der Preis steigen!

Zum gleichen Thema wird man dann später sagen:

Die jährliche Weltgoldproduktion sinkt zwar und liegt bereits heute unter der jährlichen Nachfrage. Aber das jährlich geförderte Gold der letzten zig Jahre existiert ja noch immer! Und das bedeutet, es gibt im Grunde ein riesiges potentielles Angebot – bei einer nur geringen neuen Nachfrage. Daher MUSS/MUSSTE der Preis sinken!

Sie sehen – der Preis bestimmt die Seite der Medallie!

Eine erste Vorwarnung für ein Ende der Goldhausse habe ich mir indirekt zu Beginn des Jahres 2012 selbst gegeben. Zum ersten Mal seit über 10 Jahren hatte ich KEIN neues erhöhtes Jahreskursziel für den Goldpreis abgegeben. Was bislang korrekt gewesen ist, da sich der Preis in diesem Jahr zum ersten Mal seit über 10 Jahren nicht deutlich nach oben entwickelt hat.

Mein Ausstieg aus diesem Goldtrend kommt also nicht gänzlich überraschend – er hat sich schon seit ca. einem Jahr angedeutet.

Natürlich besteht das Risiko, dass ich mich irre. Dass die Goldhausse noch lange weitergeht. Dass die heutigen Preise in Zukunft als Einstiegspreise angesehen werden.
So ist das eben an der Börse…
Aber es besteht eben auch das Risiko eines deutlichen Rückschlags. Nach einer Versiebenfachung in ca. 10 Jahren und im Wissen, damals als einer der ersten den Goldkauf empfohlen zu haben, fällt mir der Ausstieg zwar nicht leicht, aber er ist auch nicht schwer. Ich bin mir bewusst, dass ich gegenüber den meisten Goldanlegern den Vorteil habe, unvoreingenommen urteilen zu können. Ich habe ca. 10 Jahre und ca. 1500 $ „Vorsprung“ und kann diese Entscheidung ohne Zwänge fällen.
Und wie beim Ende der Aktienhausse im Jahre 2000 dürfte das den meisten Anlegern schwer fallen. In der Regel sind sie erst in den letzten 2 – 3 Jahren auf den Zug aufgesprungen und haben dann evtl. später noch mal nachgekauft. D. h. die meisten Goldanleger sitzen entweder auf kleineren Gewinnen, oder sie sind pari, oder sie sitzen bereits auf kleineren Verlusten.
In allen drei Varianten dürfte hier das Loslassen von der Möglichkeit ständig und „sicher“ steigender Goldpreise deutlich schwerer sein.

Daher gehe ich auch nicht davon aus, dass viele Anleger dieser Empfehlung folgen werden. Solche Empfehlungen – genau wie den Ausstieg aus dem Aktienmarkt im Jahre 2000 – kann man Anlegern nur sehr schwer „verkaufen“, denn diese Empfehlungen möchte im Grunde keiner hören! Bedeuten sie doch potenzielles Loslassen von bislang gehegten Träumen…

Und dennoch spreche ich diese Empfehlung aus – denn ich halte sie für richtig!

Gesamtfazit:

Sichern Sie Ihre Goldbestände jetzt unbedingt gegen Kursverluste ab! Eine Absicherung Ihrer Bestände bis z. B. Juni 2013 kostet sie je nach Sichtweise zwischen 2,5 und 5% des Goldwertes.
Ich erwarte einen Rückgang der Goldnotierungen auf zunächst 1200 $ pro Unze innerhalb von 3 – 18 Monaten. Sobald der Preis kurzfristig noch mal unter 1650 – 1670 $ pro Unze abbröckelt, steigt meines Erachtens das Abwärtsrisiko drastisch an.

Viel Glück!

Henry Littig

(Anmerkung: Dieser Artikel ist grundsätzlicher Art und enthält daher auch keinen Bezug zu tagesaktuellen Kursschwankungen und Nachrichten. Auf kurzfristige Trends und Kursziele bzgl. des Goldpreises und evtl. beeinflussende Nachrichten wie z. B. den aktuellen Nahost-Konflikt etc., werde ich dann wieder im Newsletter eingehen)

Geschrieben von Henry Littig